Ausgleich Rentenabschlag

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Frage von: Stefan Müller am: 05.08.2018 - 16:16 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 329 mal gelesen)

Hallo zusammen,
aktuell bin ich ziemlich überfragt, wie man bei einem Ausgleich des Rentenabschlages vorzugehen hat. Vorab etwas zu der Situation:

Aufgrund eines Sozialplans wird meine Firma das Werk schließen, sodass ich in eine Transfergesellschaft komme. In dieser verbleibe ich ein Jahr. Nach diesem Jahr bekomme ich zwei Jahre lang Arbeitslosengeld, falls ich in diesen drei Jahren keine neue Arbeit finden sollte. Nach den zwei Jahren ALG bin ich 63 und überlege die Frührente zu beantragen. Aufgrund meiner langen Zugehörigkeit bei der Firma erhalte ich eine Abfindung, welche ich zum Teil als Einzahlung in die Rentenkasse verwenden möchte, um den Rentenabschlag auszugleichen. Hier komme ich leider nicht mehr weiter. Was genau muss ich bei der Rentenversicherung beantragen? Ich finde auf der Homepage leider keinen Leitfaden, welche Anträge ich auszufüllen habe, wie erfolgt die Einzahlung in der Rentenkasse, übernimmt es der Arbeitgeber oder mache ich es persönlich. Was passiert, wenn ich eine Einzahlung tätige und in den drei Jahren doch noch Arbeit finden sollte?

Ich hoffe mir kann jemand helfen. Vielen lieben Dank!

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Antwort:


von: Gernot Telschow am: 05.08.2018 - 16:52 Uhr

Zu Ihren Fragen fallen mir folgende Stichworte eine:

1. Brief oder Fax an Ihren Rentenversicherungsträger: "... beabsichtige Rente ab 63J, will Abschlag ausgleichen. Was muss ich tun?" Als Anwort gibt's Vordrucke.

2. Zahlung des Ausgleichsbeitrags über den Arbeitgeber ist wegen der dann möglichen teilweisen Steuerfreihei zu empfehlen.

3. Für den Ausgleichsbeitrag erhalten Sie von der RV einen ANSPRUCH auf einen Rentenzuschlag. Dieser Anspruch steht Ihnen zu, sobald der Ausgleichsbeitrag eingezahlt ist - z.B. auch dann, wenn am Tag nach der Einzahlung volle Erwerbsminderung eintreten sollte und selbstverständlich auch dann, wenn Sie später doch nicht mit 63J Rente beziehen, sondern erst mit 67 u. ohne Abschlag.

4. Prüfen Sie die Rentabilität des Ausgleichsbeitrags. Am rentabelsten ist er, wenn Sie mindestens 100 Jahre alt werden und eine Witwe hinterlassen, die 30 J jünger ist, als Sie und volle Witwenrente erhält.

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von: Stefan Müller am: 05.08.2018 - 21:21 Uhr

Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort.

Den Punkt 4 würde ich so nicht unterschreiben. Bei der aktuellen Marktlage gibt es kaum Alternativen für ein Investment. Auch unter Berücksichtigung der Steuern, finde ich, dass ein Ausgleichszahlung für mich die beste Möglichkeit darstellt.

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von: Gernot Telschow am: 06.08.2018 - 07:46 Uhr

Bitte verstehen Sie mich richtig: ich halte den Ausgleichsbeitrag nicht für unrentabel. Ich propagiere nur den objektiven Blick darauf. Behalten Sie also die Rentenbesteuerung, den Beitrag zur KVdR, die eigene statistische Lebenserwartung und die Ihrer Lieben im Auge.

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von: Stefan Müller am: 06.08.2018 - 19:51 Uhr

Vielen lieben Dank für die beantworten meiner Fragen.

Ich habe mich nun bei meinem Rentenversicherungsträger informiert und fülle gerade die notwendigen Formulare aus.

Gerne würde ich Ihren zweiten Punkt noch verstehen. Habe ich wirklich weitere steuerliche Vorteile, wenn der Arbeitgeber die Zahlung für den Ausgleich übernimmt? Können Sie mir den Vorteil erläutern? Wenn ich die erhaltene Abfindung an den Rentenversicherungsträger zahle und entsprechend in der Steuererklärung geltend mache oder ob der Arbeitgeber die Zahlung übernimmt und meine Abfindung sich um den Betrag schmälert, die zu zahlende Steuer bleibt doch die gleiche, oder beachte ich hier etwas nicht?

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von: Gernot Telschow am: 06.08.2018 - 21:21 Uhr

Lesen Sie § 3 Nr. 28 EStG vollständig!

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von: rentenkenner am: 07.08.2018 - 17:26 Uhr

einen Rentenabschlag ausgleichen zu wollen rechnet sich nur in den seltesten Fällen. Selbst dann meist nicht, wenn die 1/5 Regelung bei der Steuer für Abfindungen hilft.

Beispiel:

Berechnet für 2018


aktuelle Renten-Beitragssatz 18.60%

Rentenwert 31.03 Euro

wie kann ein Beitrag von z.B. 100 Euro ausgeglichen werden ?

übrigense netto wäre die Rente wg. PV+KV Beitrag nur 90 Euro höher

benötigt werden 3.223 Punkte
dafür sind 22702 Euro (Zahlung an DRV) nötig

es dauert 252.24 Monate um die Einzahlung in Form von Rente wieder zurück zu bekommen. (22702 / 90 = 252.24 Monate)

(ggf. anfallende Steuer macht die Sache noch unattraktiver)

Legen Sie den gleichen Betrag in (z.B.) BP Aktien an, erhalten Sie ca. 110 Euro Dividende / Monat (kaum Nebenkosten, , kein Papierkram,, kein KV-, kein PV- Beitrag). Außerdem ist das Kapital in Form von Aktien weiter verfügbar)

Wenn Sie morgen das zeitliche Segnen (niemand wünscht Ihnen das), dann haben Ihre Nachkommen die Aktien ... bei der Rente gehen sie leer aus, die Rente ist einfach nur zu Ende.

Überlegen Sie sich das gut ob Sie tatsächlich freiwillig der Rentenversicherung Geld schenken.







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von: Gernot Telschow am: 08.08.2018 - 09:26 Uhr

Nur zur Klarstellung: § 3 Nr. 28 EStG hat nichts mit 1/5 zu tun.

Dort ist geregelt, dass die Hälfte des Betrags, demn ein AG als Ausgleichsbeitrag in die RV einbringt STEUERFREI bleibt.

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von: rentenkenner am: 08.08.2018 - 14:34 Uhr

§ 3 Nr. 28 EStG hat nichts mit 1/5 zu tun.

Das ist mir schon bekannt, habe ich aber auch nicht geschrieben.

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