Ansprüche Erwerbsminderungsrente

In Kategorie: Keine Kategorie - Rentenberater Forum Startseite




Frage von: fp am: 23.02.2018 - 16:47 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 378 mal gelesen)

Ich habe es so verstanden, dass die Ansprüche für die Erwerbsminderungsrente für meinen Geburtsjahrgang verloren gehen, wenn man innerhalb von 5 Jahren nicht 3 Jahre Pflichtbeiträge entrichtet hat. Ich habe auch verstanden, dass eine freiwillige Versicherung nicht hilft. Welche Möglichkeiten gäbe es, diese Ansprüche aufrecht zu erhalten, wenn man nach Unterzeichnung eines Auflösungsvertrages das Arbeitsverhältnis beendet und "erstmal" kein neues Arbeitsverhältnis eingehen möchte ?

diese Frage beantworten


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 25.02.2018 - 09:11 Uhr

Die einzige Idee, die ich zu Ihrer Frage hätte, wäre ein kleiner Minijob, in dem Sie nicht auf die Beitragsfreiheit in der RV verzichten - beispielsweise einer, in dem Sie 175 EUR/Monat brutto verdienen.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: fp am: 27.02.2018 - 15:43 Uhr

Besten Dank.
Vermindert sich dadurch die in der jährlichen Rentenauskunft angegebene Höhe der Erwerbsminderungsrente oder bleibt diese kostant bzw. erhöht sie sich geringfügig ?

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 27.02.2018 - 17:06 Uhr

Das ist davon abhängig, wann der Versicherungsfall eintritt bzw. eingetreten ist (Versicherungsfall = Zeitpunkt zu dem die Gesundheit so beeinträchtigt ist, dass Erwerbsminderung eintritt).

Liegt dieser Zeitpunkt in der Vergangenheit, ändern sie die persönlichen Entgeltpunkte (PEP)für die Berechnung der Rente wegen EM nicht.

Liegt dieser Zeitpunkt in der Zukunft, aber vor dem Ende der Ihnen zustehenden Zurechnungszeit, sollten Sie von Verminderung der PEP ausgehen.

Liegt dieser Zeitpunkt in der Zukunft und das Ende der Zurechnungszeit war bei der letzten Renteninfo schon erreicht, dann können Sie mit geringfügiger Erhöhung der PEP rechnen.

Übrigens: der Betrag, den die RentenInfo als Rente wegen voller Erwerbsminderung ausweist kann nicht genau sein, weil er einen in der RentenInfo ausgewiesenen Termin für den Versicherungsfall annimmt. Diese Annahme stimmt selten mit der Realität im Leben des Versicherten überein.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: fp am: 27.02.2018 - 18:30 Uhr

Danke.

In der Renteninfo steht:
Wären Sie HEUTE erwerbsgemindert, bekämen Sie von uns eine monatliche Rente von x €. Dann sollte dieser Termin doch das Datum der Renteninfo sein zu dem der Betrag x berechnet wurde. Oder ? In der Rentenauskunft steht: "wenn von einer am x.x.2018 eingetretenen Leistungsfall ausgegangen würde. Hierbei ist zusätzlich die Zeit bis zur Vollendung eines Lebensalters von 62 Jahren und 3 Monaten berücksichtigt wurde. (Zurechnungszeit)."

Das mit der Zurechnungszeit verstehe ich nicht ganz. Bisher ist keine EWR beantragt. Man müsste also von einem Zeitpunkt in der Zukunft ausgehen.

Wäre nett, wenn Sie das mit der Zurechnungszeit an diesem Bsp mal erklären würden.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 27.02.2018 - 22:42 Uhr

1. Was in der RentenInfo als "Leistungsfall" bezeichnet wird habe ich oben als "Versicherungsfall" (verkürzt) erläutert.

2. Die wesentlichsten Komponenten der Berechnung einer Rente wegen Erwerbsminderung (EM) sind:

a) die bis zum Tag des Leistungsfalls durch Beitragszahlung erworbenen Entgeltpunkte (EP);

b) dem (vereinfacht dargestellt) aus der Summe der durch Beitragszahlung bis zum Leistungsfall erworbenen EP errechneten persönlichen monatlichen EP-Durchschnitt, den Sie für jeden Monat zwischen Tag des Leistungsfalles und (in Ihrem Fall) dem Lebenalter von 62 J + 3 Mon (als ZURECHNUNGSZEIT) zusätzlich erhalten.

Die Summe der EP aus diesen beiden Komponenten wird (in Ihrem Fall) für jeden Monat, den Ihre Rente wegen EM vor dem Lebensalter von 62 J + 3 Mon beginnt um einen Abschlag von 0,3% gekürzt - höchstens aber um 10,8%. Das Ergebnis nennt sich "persönliche Entgeltpunkte" und ergibt, multipliziert mit dem bei Rentenbeginn gültigen aktuellen Rentenwert die bei Rentenbeginn zu zahlende Rente wegen voller EM.

Daraus wird hoffe ich klar, welche rechnerischen Auswirkungen Entgeltpunkte haben, die vor oder nach dem Leistungsfall während oder nach der Zurechnungszeit durch Beitragszahlung erworben werden.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: fp am: 04.03.2018 - 20:55 Uhr

Hier sind noch folgende Fragen aufgetaucht:
Was hat es mit den 175 EUR/Monat auf sich, ist das eine Untergrenze ?
Könnte man so etwas auch schon bei einem noch laufenden Arbeitsverhältnis machen, d.h. neben einem "normalen" Arbeitsverhältnis einen solchen Minijob aufnehmen ? Kann ich dann von beiden Jobs aus Pflichtbeiträge zahlen und wenn dann der Hauptjob wegfällt einfach mit den Minijob-Pflichtbeiträgen weitermachen, um die Erwerbsminderungsrentenansprüche zu sichern ?
Ist bei Ausübung des Minijobs ein ständiger Aufenthalt in Deutschland erforderlich oder könnte das auch "von unterwegs" erledigt werden (z.B. Onlineaktivitäten) ?

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 05.03.2018 - 08:09 Uhr

1. Wenn Sie in einen Minijob Anspruch auf weniger als 175 EUR Bruttoentgelt und nicht af die Versicherungsfreiheit verzichtet haben, sind auf Ihre Kosten Beiträge aus mindestens 175 EUR an die RV abzuführen.

2. Volle Pflichtbeiträge sowohl aus Hauptbeschäftigung, als auch aus Minijob ist zulässig.

3. Was bedeutet für Sie "unterwegs"? und wo befindet sich dann der Mittelpunkt Ihres Lebens?

diese Antwort kommentieren

diese Frage beantworten