vorzeitige Rente

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Frage von: Jürgen am: 17.02.2018 - 16:31 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 543 mal gelesen)

Ich bin im Dez. 1956geboren und habe in 7 Monaten die Wartezeit von 540 Monaten erreicht und kann lt. Rentenbescheid am 01.09.2020 die Rente für besonders langzeitversicherte in Anspruch nehmen. Wann könnte ich vorzeitig mit welchen Abschlägen in Rente gehen?

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Antwort:

Rentenberatung Schilbach

(am 17.02.2018 - 19:16 Uhr)

Sofern Sie nicht gerade am 01.12.1956 geboren sind, wäre der früheste Beginn für die Altersrente für langjährig Versicherte der 01.01.2020 mit einem Abschlag von 10,2%. Bei Geburt am 01.12.1956 einen Monat eher aber mit denselben Abschlägen.

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Antwort:


von: rentenkenner am: 17.02.2018 - 21:33 Uhr

es ist richtig, wenn Sie am 1.12.2019 Geburtstag haben können Sie ab dem 1.12.2019 in Rente gehen. Der früheste Regelrentenbeginn ohne Abschlag wäre 1.8.2020.

wenn Sie zwischen dem 2.12.2019 und dem 31.12 Geburtstag haben können Sie ab dem 1.1.2020 in Rente gehen. Der Regelrentenbeginn ohne Abschlag wäre 1.9.2020.


Das sollten Sie gut überlegen. Aktuell liegt statistisch die durchschnittliche Rentenbezugsdauer für Männer bei ca. 18 Jahren. Das sind 216 Monate.

Wenn Sie also diesen Durchschnitt erreichen verzichten Sie auf 216 * 10.2% = 22.032 Monatsrenten --- 1.83 Jahresrenten ...

Das ist teuer ...

Sie könnten auch 8 Monate lang nichts tun, hätten dann aber kein Einkommen. Trotzdem hätten Sie immer noch 206 Monate und nicht nur 194 Monate Rentenbezug. Abschläge gibt es dann keine mehr.

Die 8 Monate Rente kosten Sie so effektiv 14
Monatsrenten !!!

Überlegen Sie ob Sie sich nicht arbeitslos melden und Arbeitslosengeld 1 beantragen. Da Sie bei freiwilliger Aufgabe des Arbeitsplatzes eine Sperre bekommen (3 Monate) müssten Sie nur 3 Monate ohne Einkommen überbrücken.

Der Nebeneffekt wäre, dass von der BA weiter Beiträge für Sie in die DRV eingezahlt werden. Basierend auf 80% Ihres letzten Sozialversicherungspflichtigen Einkommens. Das steigert Ihre Rente weiter.

Kleiner Nachteil, Sie müssten sich mit der Bundesagentur für Arbeit auseinandersetzen und eine neue Arbeiststelle suchen. Zumindest müssten Sie so tun. In Ihrem Alter ist das aber eher schwierig eine neue Stelle zu bekommen. Die meisten Sachbearbeiter wissen das. Sie lassen diese Art "Kunden" meistens in Ruhe.

Wenn das so wäre, könnten Sie sogar einfach weiter arbeitslos bleiben (max. 18 Monate). Das steigert weiter Ihre Rente und Abschläge gibt es nicht. Ausserdem ist ALG 1 in der Regel (netto) höher als die Rente (bis auf den Progressionsvorbehalt, falls andere Steuerpflichtige Einnahmen erziehlt werden).

Sollten Sie an einen Sachbearbeiter vom Typ "Erbsenzähler" geraten, der Ihnen nachmacht bis ins Essgefach, dann beantragen Sie einfach Rente und teilen das der BA mit. Dann haben Sie Ruhe. Den Antrag ziehen Sie dann noch 2 oder 3 Monate hinaus (es fehlen dann noch Unterlagen und Arbeitsbelege aus frühreren Jahren etc.) und die 8 Monate wären überbrückt.

Bei ALG 1 sieht es so aus, Ihnen stehen 24 Monate ALG 1 zu. Wegen freiwilliger Aufgabe des Arbeitsplatzes erfolgt eine Sperre (3 Monate) und eine Kürzung um 1/4. D.h. nach 3 Monate Sperre bekommenr Sie 18 Monate ALG 1 ...

Die Rechnung mit der Rentenbezugsdauer ist eine Wette auf die Bezugsdauer. Wenn man natürlich nach 2 Jahren das Zeitliche segnet ... dann geht die Rechnung nicht auf.
Aber das wünscht Ihnen ja niemand ...

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Antwort:


von: rentenkenner am: 17.02.2018 - 21:41 Uhr

K O R R E K T U R ...

in den ersten beiden Absätzen muss es heissen

Die frühestet Beginn der Rente ohne Abschlag wäre der 1.8.2020

bzw.

Die frühestet Beginn der Rente ohne Abschlag wäre der 1.9.2020

anstelle

Der früheste Regelrentenbeginn ... sorry

Ihr Regelrentenbeginn ist der 1.10.2022 (wenn Sie am 1. Dezember geboren sind) sonst der 1.11 2022.

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