Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

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Frage von: Sandrin am: 13.02.2018 - 12:48 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 212 mal gelesen)

Hallo,

nachdem ich am Anfang des Jahres aus der med. Reha gekommen bin hatte ich gestern einen Termin beim Reha-Berater. Doch zuvor ein paar Details zum aktuellen Stand und zum Entlassungsbericht.

Jahrgang 64 seit Herbst 2013 mit einer halbjährigen Unterbrechnung AU. Frühjahr 2017 ausgesteuert. Bis Ende Januar ALG 1. Aktuell unklar wie es weiter geht. Aus der Reha wurde ich arbeitsunfähig entlassen. Im Bezugsberuf dauerhaft arbeitsunfähig, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besteht ein Leistungsvermögen von über 6 Stunden nach entsprechend durchgeführter LTA für leicht-mittelschwere Tätigkeiten, die zeitweise im Stehen, überwiegend im Gehen und überwiegend im Sitzen in Tagschicht, ausgeübt werden können
.
Nicht im Gutachten steht was genau sich der Arzt bei der LTA vorstellt aber mir ist bekannt das er der Auffassung ist das ich ein Anpassungs Weiterbildung oder alternativ eine Umschulung benötige und er mich nur dann auf dem allgemeinen Markt für leistungsfähig hält. Nach Rücksprache mit dem Arzt ist dieser bereit das auch zu spezifizieren und zu bestätigen das ich ohne Anpassung dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe. Anzumerken ist hier auch das meine eigenen Fachärzte das genau so bewerten und zumindest einer auch bereit ist mir dies schriftlich zu bestätigen.

Kommen wir nun zu der Rehaberatung. LTA wurde mir kurz nach der Reha schon dem Grunde nach gewährt. Bei dem Gespräch sagte mir die Rehaberaterin das sie mir nur eine Eingliederungshilfe gewähren wollen wenn ich einen leidensgerechten Arbeitsplatz finde. Einen solchen zu finden versuche ich schon seit gut 2 Jahren was die DRV aber nicht interessiert sondern nur meine Bemühungen ab Antrgstellung und diese hätte ich auch nachzuweisen. Man verweist mich an die AFA die mich aber auf Grund des Entlassungsberichts derzeit nicht für vermittelbar hält da ich eben noch nicht leistungsfähig bin.

Mir ist schon klar das die DRV mich kostengünstig loswerden will und das sie bei den Leistungen nach Ermessen handeln kann jedoch sagt der Entlassungsbericht eindeutig das erst eine LTA-Massnahme erfolgen muss bevor ich dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehe. Eine Eingliederungshilfe ist da eindeutig nicht im Sinn der Einschätzung.

Wie sehen Sie das ?
Was kann ich nun weiter tun, bzw. welche weiteren Schritte sollte ich unternehmen ?


Mfg

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Antwort:


von: Gernot Telschow am: 14.02.2018 - 22:18 Uhr

Rechtlich gesehen ist aber eine 'Eingliederungshilfe' eine LTA-Maßnahme.

Über Art und Umfang der im Einzelfall angezeigten Maßnahme hat die RV unter Berücksichtigung aller Beschränkungen, die der §33 SGB IX aufführt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten Ermessen auszuüben. Das kann im einen oder anderen Fall durchaus zu dem Dilemma führen, in dem Sie sich z.Zt. befinden. In diesem Dilemma hilft warscheinlich nur die eigene Kraftanstrengung im Finden einer medizinisch u. fachlich näherungsweise geeigneten Tätigkeit.

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von: Sandrin am: 15.02.2018 - 09:02 Uhr

Erst einmal vielen Dank für die Antwort.

Wenn , wie sie ausführen, die Eingliederungshilfe auch eine Maßnahme ist wann gilt diese dann als abgeschlossen ?
Ich frage nach weil der Entlassungsbericht mich erst Erwerbsfähig nach erfolgter Maßnahme sieht.

Wenn ich Ihnen folge das die Eingliederungshilfe ein Maßnahme darstellt dann stellt sich mir die Frage wie dies dann im Zusammenhang mit § 51 SGB IX (jetzt §71 SGB IX) zu bewerten ist.

"Ein Zwischen-Übergangsgeld wird gezahlt, wenn nach Abschluss einer Leistung zur

medizinischen Rehabilitation,
Teilhabe oder
Teilhabe am Arbeitsleben

(weitere) Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erforderlich sind und es an der wirtschaftlichen Sicherstellung des Versicherten fehlt. Dies kann z. B. wegen eines fehlenden Krankengeldanspruchs oder der Vermittlungsmöglichkeit in eine zumutbare Beschäftigung der Fall sein (§ 51 Abs. 1 SGB IX)."

Bei mir fehlt der Krankengeldanspruch und ich habe dieses Zwischenübergangsgeld beantragt. Die DRV wird es wohl ablehenen, wir mir mündlich gesagt wurde, weil nach Ihrer Auffassung keine weitere Maßnahme notwendig ist und somit kein Anspruch besteht. Unabhängig davon das sich die Notwendigkeit aus medizinischer Sicht anders dartstellt müsste die DRV , wenn es sich denn um eine Maßnahme handelt, die Leistungen weiter zahlen. Wenn dies zu bejahen ist stellt sich die Frage bis wann. Die "Maßnahme" Eingliedrungshilfe hat 1 Jahr Gültigkeit und beginnt mit Erteilung des Bescheides.

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von: Gernot Telschow am: 15.02.2018 - 16:38 Uhr

Sie haben recht: die Eingliederungshilfe ist keine 'Maßnahme', sondern ein Teil des Leistungsspektrum der LTA (siehe § 34 SGB IX).

Im Übrigen schlage ich vor, diese Thread führt ein Reha-Fachmann weiter (der ich nicht bin). Ich würde es an Ihrer Stelle mit einem Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung probieren um das Dilemma (vielleicht) aufzulösen.

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