Rentenabschlag

In Kategorie: Keine Kategorie - Rentenberater Forum Startseite




Frage von: Ralf Lubitz am: 12.11.2017 - 19:00 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 371 mal gelesen)

Ich bin 1955 geboren und habe im August 2017
45Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt.
Die abschlagsfreie Rente mit 63 könnte ich
mit 63 Jahren und 6 Monaten erhalten. Ich
möchte aber mit meinem 63ten Geburtstag in
den Ruhestand gehen. Ist das möglich? Die
vermutlichen Abzüge würde ich natürlich gerne
hinnehmen. Vielen Dank für Ihre Antwort im
Voraus!

diese Frage beantworten


Antwort:


von: rentenkenner am: 12.11.2017 - 21:20 Uhr

Rente mit 63 ohne Abschlag können Sie mit 63J + 6 Monate beziehen

Ihr Regelrentenbeginn ist 65 Jahre + 9 Monate.

Beginn der Rente mit 63 -- Abschlag 30 Monate = 9%

Beginn der Rente mit 63 + 6 Abschlag 0%

Sie sollten sich überlegen ob Sie nicht doch die 6 Monate durchhalten, Sie verliern bei 9% Abschlag mehr als eine Monatsrente im Jahr (9% * 12 = 108%). Bei 20 Jahren Rentenzahlung wären das fast eien ganze Jahresrente.

Da Sie 45 Beitragsjahre haben können Sie auch mit 63 arbeitslos werden und ALG1 beziehen. Das können Sie min. 18 Monate lang(nach 3 monatiger Sperre). Das bringt Ihnen netto mehr als die Rente (ALG1 ist in der Regel höher als die Rente und Steuerfrei). Durch ALG1 steigt die Rente weiter. Wenn Sie nach 63J+6M keine Lust mehr auf arbeitslos haben und die 18 Monate ALG nicht ausnutzen wollen dann stellen Sie einfach einen Rentenantrag.

Ab 63 in Rente mit 9% Abschlag .... nicht empfehlenswert...

Denken Sie auch daran, auf die Bruttorente fallen rund 10% Sozialversicherungsbeiträge (KV + PV) an.



diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: rentenkenner am: 12.11.2017 - 21:26 Uhr

Korrektur :

der Abschlag ist nicht 9% (30 Monate) sondern
33 Monate = 9.9% ...

das macht es aber auch nicht besser einen so hohen Abschlag hinzunehmen ... nur wegen 6 Monaten.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Elguwaner am: 13.11.2017 - 11:45 Uhr

Das Thema ist auch sehr interessant für mich, aber aus einem noch anderen Blickwinkel !
Ich bin Jahrgang 1955 und werde im Juli 2018 63 Jahre und könnte somit entweder ...
a) zum 1.8.2018 mit 9,9 % Abschlag die "Rente für langjährig Versicherte" beantragen.
oder ...
b) zum 1.2.2019 theoretisch der abschlagfreie "Rente für besonders langjährig Versicherte" beantragen, wenn ich bis dahin auch die 45 Versicherungsjahre als Wartezeit für dieese Rentenart vorweisen könnte - Leider fehlen mir aber zum besagten Termin am 1.2.2019 lt. Renteninfo dann noch 32 Monate Warte- bzw. Beitragszeit.

Meine Frage in diesem Falle ist, ob es überhaupt einen Vorteil bringt für den Fall, daß man sich entscheidet, den Antrag für die "Rente für langjährige Versicherte" nach Erreichen des 63 Lebensjahres zu stellen und sich in der momentan noch laufenden Überprüfungs des Versicherungsverlaufes evtl. noch eine Korrektur der bisher nachgewiesenen bzw. glaubhaft gemachten Beitragsjahre bzw. Versicherungsjahre ergibt ( also ggf. die erbrachten Wartezeitmonate erhöhen ) ?

Würde sich dann ggf. der Abschlag von bisher 9,9 % reduzieren ?
Vermutlich würde sich bei mehr nachweisbaren Wartezeitmonaten nur der frühestmöglichste Beginn für die "Abschlagfreie Rente" dann auf einen Termin vor dem 1.2.2019 verschieben, aber vermutlich keine Verringerung der Abschläge ergeben.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 13.11.2017 - 12:31 Uhr

Der Geburtsjahrgang 1955 kann die abschlagsfreie AR für besonders langjährig Versicherte frühestens ab dem Monat erhalten, der auf die Vollendung des Lebensalters von 63 J + 6 Mon folgt.

Wenn die Wartezeit von 45 J vor diesem Zeitpunkt erfüllt würde, ergeben sich keine Vorteile für die AR mit Abschlag; für die ist der Abschlag immer aus der Zeitdifferenz zwischen Rentenbeginn und Vollendung der REGELaltersgrenze zu berechnen.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Elguwaner am: 13.11.2017 - 13:07 Uhr

Danke für die Auskunft !

Auf der Webseite der Rentenversicherung unter ...
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/oeko_pdf/rente_jeder_monat_zaehlt.pdf?__blob=publicationFile&v=4
...
steht in der Broschüre "Rente -Jeder Monat zählt" ( 12. Auflage (8/2017) ) auf der Seite 22 ...

"Beginnt Ihre Rente erst ab 2009, können sich nur der Besuch einer Fachschule und
berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen rentensteigernd auswirken. Andere Schul- oder Studienzeiten zählen allein bei der Wartezeit
von 35 Jahren mit."

Bedeutet daß im Umkehrschluß, daß die Zeit des Besuches einer Fachschule auch ggf. auch für die Wartezeit von 45 Jahren zählen könnte ( also für die Rente mit 63 Jahren für "besonders langjährig Versicherte" ?

Worauf zielt kann man hoffen bei der Aussage "... können sich nur der Besuch einer Fachschule ... auswirken" ?

Zusätzliche Rentenpunkte gibt es ( wurden auch bei mir bereits berücksichtigt ), aber wie ist das mit der Wartezeit ?
Könnte man ggf. auf die zusätzlichen Rentpunkte verzichten und dafür alternativ eine längere anerkannte Wartezeit bei der RV bewirken, um somit ggf. auf die 45 Jahre Wartezeit bis zum 1.2.2019 zu kommen ?

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 13.11.2017 - 13:25 Uhr

Zeiten des Fachschulbesuchs, in denen kein Unterhaltsgeld von der BA bezogen wurden, sind NICHT auf die Wartezeit von 45 J anrechenbar; eine Wartezeit daraus lässt sich auch nicht durch Verzicht auf EP daraus 'abkaufen'.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Elguwaner am: 15.11.2017 - 18:11 Uhr

Die Rentenversicherung selber publiziert auf ihrer Webseite unter ...

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/02_fachliteratur/studientexte/01_versicherungsrecht/10_anerkennung_von_beitragszeiten.pdf?__blob=publicationFile&v=2

... dort auf der Seite 32 nachfolgende Aussage, die sich nicht mit Ihrer Antwort deckt und zumindestens auch die Anerkennung einer Wartezeit für die abschlagfreie Rente mit 63 rechtfertigt, wenn man ein bescheinigtes beitragspflichtiges Gesamteinkommen im SV-Ausweis nachweisen kann.


dort steht ...

Nach § 286c SGB VI wird vermutet, dass während der in Versicherungsunterlagen für Zeiten
vor dem 1.1.1992 ordnungsgemäß bescheinigten Arbeitszeiten oder Zeiten der
selbständigen Tätigkeit Versicherungspflicht bestanden hat und für das angegebene
Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen die Beiträge gezahlt worden sind. Diese Vorschrift
dient der Erleichterung bei der Datenaufbereitung. Es ist im Einzelfall grundsätzlich nicht zu
prüfen, ob tatsächlich Versicherungspflicht bestand oder ob tatsächlich auch Beiträge für die
bescheinigten Arbeitsentgelte oder Arbeitseinkommen gezahlt wurden. Versicherungs-
unterlagen, die diesen „Vermutungsschutz“ bewirken, sind grundsätzlich alle oben
genannten Unterlagen mit Ausnahme der Arbeitgeberbescheinigung.


Ich habe bereits einen entsprechenden schriftlichen Antrag zur Korrektur der Wartezeiten bei der RV gestellt - Antwort steht noch aus.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Gernot Telschow am: 15.11.2017 - 21:13 Uhr

"...im Einzelfall grundsätzlich nicht..." bedeutet rechtlich: im begründeten Ausnahmefall doch!

Wenn ich also einen SVA vor mir habe, in dem ein Fachschulbesuch mit Entgelt bescheinigt ist und das angegebene Entgelt bewegt sich in Stipendiumshöhe, dann habe ich Grund zu der Annahme, dass es sich nicht um ARBEITSENTGELT gehandelt hat. Wenn es sich nicht um Arbeitsentgelt gehandelt hat, dann keine Beitragspflicht i.S. der RV und dann auch keine Anrechnung auf die Wartezeit von 45J.

diese Antwort kommentieren


Antwort:


von: Elguwaner am: 16.11.2017 - 06:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Telschow,
wie in einem anderen Beitrag von mir schon sehr ausführlich mit Ihnen diskutiert, handelt es sich eben keinenfalls um ein bescheinigtes beitragspflichtiges Gesamtverdienst ( so der Wortlaut im SVA ) welches sich nur annährend in Stipendiumhöhe befindet, sondern um ein mehr als doppelt darüberliegendes Entgeld.
Selbst wenn man das damals üblich gewesene monatliche Stipendium abzieht, bleibt dann in der gesamten Studienzeit noch ein durchschnittlicher monatlicher Mehrbetrag von über 100,- Mark.

Sie selber haben ja dazu bemerkt, man soll alle Möglichleiten ausschöpfen, um diese Zeit als Wartezeit für die abschlagfreie Rente mit 63 anerkannt zu bekommen und dies allerdings u.U. aber sehr langwierig sein kann.

Man muß nun abwarten, wie die Bewertung dieses Sachverhaltes durch die Rentenversicherung aussieht.

diese Antwort kommentieren

diese Frage beantworten