Riesterrente bei brutto über 36000 sinnvoll???

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Frage von: ich am: 14.02.2016 - 15:28 Uhr gestellt
(Beitrag bzw. Frage wurde 1613 mal gelesen)

Hallo ich bekomme im Jahr über 36000 € brutto und zusätzlich monatlich 420 € Erwerbsminderungsrente, ich habe noch ca. 30 Beitragsjahre vor mir und bin geschieden (Falls dass zur Berechnung eine Rolle spielt). Ist es noch sinnvoll bei einer laufenden betrieblichen Rente eine Riesterrente zu haben oder sollte ich diese kündigen oder beitragsfrei stellen.

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Antwort:


von: rentenkenner am: 14.02.2016 - 16:47 Uhr

das kann man so pauschal nicht beantworten.

Wenn Sie 36000 Euro Brutto pro Jahr verdienen und davon Rentenbeiträge zahlen erhalten Sie einen Rentenpunkt. Wenn Ihr Einkommen sich entwickelt wie das statistsichen Durchchscnittseinkommen (in 2015 waren das rund 36000 Euro) dann bekommen Sie in den nächsten 30 Jahren 30 Rentepunkte plus die Rentenpunkte die Sie bereits haben.

1 Rentenpunkt sind ab dem 1.7.2016 30,48 Euro. Eine Prognose wie der Rentewert in 30 Jahren ist, ist schwer abzugeben.

Wenn Sie 4% Ihres Bruttoeinkommens in eine Riesterrente einzahlen, dann erhalten Sie die max. Förderung. Wenn Sie Kinder haben gibt es noch einen Zuschuss.

Hätten Sie heute 45 Beitragsjahre und immer Durchschnitt verdient wären das 45 Punkte und führte zu einer Bruttorente von 1371 Euro, abüglich rund 10% Kranken- und Pflegeversicherung blieben dann 1235 Euro übrig .... relativ zu heute ist es in 30 Jahren aber sicher nicht mehr, auch wenn der Betrag dann höher als heute ist.

Ein gutes Riesterprodukt hilft bestimmt.

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von: ich am: 14.02.2016 - 17:45 Uhr

aber ist dies sinnvoll oder komme ich mit Festgeld weiter??

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von: rentenkenner am: 15.02.2016 - 17:06 Uhr

das ist nur schwer zu sagen.

Ob ein Riesterprodukt profitabel ist hängt meist davon ab wie erfolgreich der Anbieter (Bank o. Versicherung o. Fond o.a.) mit Ihrem angesparten Geld incl. der staatlichen Zuschüsse umgeht. Und nicht zu vergessen die Kosten dafür. Eins ist sicher, das was Sie einzahlen bekommen Sie auch wieder, im schlechtesten Fall also Ihr Geld + stattl. Zuschuss. So schwarz muss man allerdings
nicht sehen.

Eine bestimme Anlage ist nicht so schlecht wie sie aussieht, der Banksparplan. Im Moment sind die Zinsen fast Null aber das bleibt nicht über die nächsten 30 Jahre so, davon kann man getrost ausgehen.

Vorteil des Banksparplans so gut wie keine Kosten, meistens jedenfalls.

Wenn Sie bei 36000 Euro die Förderung voll ausschöpfen wollen müssen Sie 4% (also 1440 Euro im Jahr in ein Riesterprodukt sparen). Dann erhalten Sie einen stattlichen Zuschuss von 154 Euro (das sind 10.6%). Haben Sie ein Kin erhöht sich der Zuschuss pro Kind um 185 Euro (also 154 + 185 = 339 Euro, das wären schon 23.5%).

Ist das Kind ab 2008 geboren gibt es 300 Euro pro Kind (154 + 300 = 454 ... 31.5%).

Mehrere Kinder = mehrfacher Zuschuss. 3 Kinder ab 2008 geboren = 900 + 154 Euro Zuschuss ... bei 1440 Euro Investition ... nicht so ganz schlecht.

Ausserdem sind die 1440 Euro Sparbeitrag steuerfrei, bei 20% Steuersatz wäre der effektive Sparbeitrag um 288 Euro geringer ( eff. 1152 Euro) und der Ertrag durch den Zuschuss prozentual sogar noch höher).

Selbst wenn ein Banksparplan momentan kaum Zinsen bringt, man schöpft auf jeden Fall den stattl. Zuschuss ab.

Mann kann mit geringen Kosten den staatl. Zuschuss noch weiter steigern. Wenn bei verheirateten oder gleichgeschlechtlichen
Partnerschaften ein Partner kein Einkommen hat, kann dieser auch einen Riestervertrag abschliessen und 60 Euro im Monat, also 720 Euro im Jahr einzahlen und er erhält auch 154 Euro Förderung.

Das hier ist keine Empfehlung für einen Banksparplan, aber ein schlechter Fond mit hohen Kosten ist ein größeres Risiko. Ein erfolgreicher, kostengünstiger Fond bringt mehr Ertrag, bei höherem Risiko.

Was man nicht vergessen sollte, in der Auszahlungsphase muss das Geld in jedem Fall versteuert werden.


Legt man aktuell die o.g. 1440 Euro irgendwie an, sind die Zinsen natürlich auch nicht entscheidend höher als mit Banksparplan. Was fehlt ist der Riesterzuschuss.

Der Banksparplan hat noch einen weiteren Vorteil. Sollte man nach einigen Jahren das Geld dringend benötigen, kann man den Bansparplan kündigen und sein Geld wieder zurückholen. Die stattlichen Zuschüsse werden allerdings an das Finanzamt zurückgezahlt. Dieses Szenario bei anderen Riesterprodukten ist erheblich komplizierter und eigentlich nicht zu empfeheln.

So schlecht Riestersparen oft geredet wird, so schlecht ist es nicht. Auch wenn Herr Riester fianziell am meisten davon profitiert hat. Die Banken und Versicherungen haben sich ihm gegenüber bei Vorträgen die er halte durfte sehr großzugig gezeigt. Und die wissen warum.


Also meine Empfehlung, machen Sie sich schlau welche Riesterprodukte es gibt und dann kann es
los gehen.

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